Roland Scheck

Es werde Stau, Lärm und Gefahr

Roland Scheck
Ein Paradebeispiel, wie man eine gut funktionierende Verkehrsachse zum Erliegen bringen kann, ist die Birmensdorferstrasse.

Mit der Eröffnung der Westumfahrung wurde die Birmensdorferstrasse markant entlastet. Während den Spitzenzeiten floss der Verkehr wieder und der Schleichverkehr verlagerte sich infolgedessen aus den Wohngebieten zurück auf das übergeordnete Strassennetz. Alles war perfekt und die Quartierbewohner waren mit der neuen Situation, welche die Westumfahrung brachte, sehr zufrieden.

Doch zu früh gefreut. Denn die Bevölkerung machte die Rechnung nicht mit der eigenen Regierung. Eine funktionierende Ein- und Ausfallsachse ist für den autofeindlichen Stadtrat ein Graus, worauf dieser beschloss, die Birmensdorferstrasse mit sogenannten flankierenden Massnahmen zu versehen.

Inzwischen sind ersten Etappen dieser flankierenden Massnahmen realisiert mit dem Resultat, dass wieder nichts mehr funktioniert. Der Stadtrat produziert künstlich und für viel Steuergeld Stau. Stau, den es vorher nicht mehr gab. Nach Abschluss von drei der insgesamt vier Etappen stauen sich die Fahrzeuge heute wieder bis über die Waldegg hoch.

Und wie verursacht der Stadtrat den künstlichen Stau? Die Antwort ist erschütternd: mit Menschen! Durch das Anbringen von gefährlichen Fussgängerstreifen innerhalb des Triemli-Kreisels wird dem Knoten Kapazität entzogen. Menschen werden als Verkehrshindernisse missbraucht.

Und genau in dieses Kapitel geht nun auch die letzte Etappe der flankierenden Massnahmen auf dem Abschnitt Aemtlerstrasse bis Triemli. Wie in den übrigen Abschnitten werden auch hier die Fahrspuren reduziert. Zusätzlich wird der Linksabbieger in die Gutstrasse aufgehoben, angeblich wegen dem Behindertengesetz und der damit verbundenen Verbreiterung der Haltestelle Talwiesenstrasse. Desweitern wird die völlig untaugliche kombinierte Fussgänger- und Veloführung, welche schon zwischen der Schmiede Wiedikon und der Aemtlerstrasse realisiert wurde, weitergeführt.

Aber der ultimative Clou ist Folgendes: Die flankierenden Massnahmen auf dem Abschnitt Aemtlerstrasse bis Triemli führen zu einer Erhöhung der Lärmemissionen. Kaum zu glauben, aber es ist so! Nach dem Verbauen von 52.5 Millionen Franken wird alles lauter. So laut, dass in den Gebäuden Schallschutzfenster eingebaut werden müssen. Auf Kosten der Steuerzahler selbstverständlich.

Es werde Stau, Lärm und Gefahr. Die Birmensdorferstrasse ist der Beweis, dass der rot-grüne Stadtrat keine Skrupel hat, seinen ideologischen Feldzug gegen den Autoverkehr auch auf dem Buckel der Bevölkerung auszutragen.

Artikel erschienen am 05.04.2013 im «Der Zürcher Bote»